Die Fernhändlerzunft Lowangen-
Hauptgeldgeber der Swelttalwehr Lowangen
In der Stadt am Svellt, die vom Handel bestimmt wird, und in der deshalb die Gilden und Zünfte eine gewichtige
Rolle bei der Gestaltung der städtischen Politik spielen, ist die Fernhändlerzunft eine der wichtigsten kaufmännischen
Verbindungen. Aus ihren Reihen rekrutiert sich ein Teil der Ratsmitglieder und auch im gesellschaftlichen Leben der
Stadt haben die Fernhändler große Bedeutung gewonnen. Nicht nur zahlreiche städtische Tempel verdanken der Zunft
prachtvolle Schreine und Kunstgaben, auch städtische Künstler, wie der weit über Lowangens Grenzen bekannte Maler und
Bildhauer Maubert vom Brunnen, oder die Ariensängerin Giselia Weidenrauch, werden von den Fernhändlern großzügig
unterstützt. So war es auch kein Wunder, daß ausgerechnet Bolgir Langhals, der Vorsitzende der Gilde, bei einem
Gespräch mit Arngrimm Beowulfsson auf die Idee kam, eine Immanmannschaft in Lowangen zu Gründen und durch die
Fernhändlerzunft finanziell unterstützen zu lassen.
Die Fernhändlerzunft bildete sich bereits kurz nach der Gründung Lowangens als Geheimbund innerhalb der Gilde der
Kaufleute. In die exklusive Gruppe wurden zunächst nur die reichsten und einflußreichsten Kaufleute, die Verbindungen
auch in weiter entfernte Gegenden geknüpft hatten, aufgenommen. Bald schon gelang es den Fernhändlern, sowohl die
Führung der Kaufleutegilde als auch des städtischen Rates zu übernehmen. Eine einseitige Politik zum alleinigen Nutzen des
Fernhandels, die zunehmend Unmut unter den Handwerkern und regionalen Händlern in der Stadt schürte, führte allerdings
auf Beschluß der Kaufleutegilde zur Ausgliederung der Fernhändler aus dem Kaufleuteverbund. Um die Exklusivität der Gruppe
zu sprengen, wurde sie als Fernhändlerzunft neu gegründet und war verpflichtet, alle Kaufleute, deren Handelskontakte weiter
als bis Tiefhusen und Gashok reichten, aufzunehmen.
Nachdem auch eine Reform des städtischen Rates den Einfluß der Fernhändler zugunsten der Krämer und Handwerke eingeschränkt
hatte, war die Fernhändlerzunft lange Zeit ein zwar weiter tonangebender, aber dennoch nicht allmächtiger Teil der Gilden-
und Zunftverfassung der Stadt geworden. Um ihre Vorstellungen weiterhin durchsetzen zu können, verlegten sich die Fernhändler
deshalb zunehmend auf die finanzielle Förderung sowohl kultureller und sozialer Einrichtungen, wie des Waisenhauses oder
der Badhäuser, als auch wirtschaftlich weniger erfolgreicher Handwerkerzünfte, die im Gegenzug mit ihren Stimmen im Rat
für die Anträge der Fernhändler plädierten.
Das allseits bekannte Mäzenatentum der Fernhändlerzunft steigert den Respekt der anderen Bürger Lowangens gegenüber der
Gilde, führte aber in den letzten Jahren wieder zu einer Exklusivierung der Zunft. Nicht mehr jeder kleine Händler, der
einmal im Jahr nach Greifenfurt fährt, wird in die Gilde aufgenommen. Entscheidend für eine Aufnahme werden wieder
vermehrt ein großes Betriebskapital und gute Beziehungen zu anderen einflußreichen Kaufleuten in Lowangen und anderen
Handelszentren. Begründet wird dies unter anderem mit den enormen finanziellen Bürden, die die Bruderschaft zu tragen habe,
und die nur durch ausreichende Kapitaldeckung bei den Mitgliedern gewährleistet werden könne.
Die Finanzierung der Immanmannschaft Swelttalwehr Lowangen bildet hier natürlich keine Ausnahme. Neben den Spielergehältern,
die allerdings bei weitem nicht den Lebensunterhalt der meisten Spieler decken können, weshalb fast alle noch anderen
Tätigkeiten nachgehen müssen, fallen auch Kosten für das Stadion, den Betreuerstab, die Reisen zu Auswärtsspielen und
einiges mehr zu Buche. Dennoch ist die Zunft von der Ergiebigkeit eines solchen finanziellen Einsatzes überzeugt, ist eine
in anderen großen Handelsstädte attraktiv spielende Immanmannschaft doch durchaus positiv für das Ansehen der bisweilen
als rückständig und weltabgewandt verrufenen Svelltstadt und somit auch für den Handel der aus dieser agierenden
Fernkaufleute.
Ihren Sitz hat die Fernhändlerzunft direkt neben dem Gildenhaus der Kaufleute im Stadtviertel Alt-Lowangen. Das zweistöckige
Fachwerkhaus mit imposanter Fassade beherrbergt sowohl die Wohn- und Arbeitsräume des Gildensekretärs, mehrere Schreibstuben,
die von den Mitgliedern der Zunft genutzt werden können, eine kleine Bibliothek und das Archiv der Zunft. Im Erdgeschoß
liegt zudem der große Versammlungssaal, in dem die halbjährlichen Mitgliedertreffen, die regelmäßigen Vorstandssitzungen,
feierliche Empfänge und natürlich Festgelage und Galaabende veranstaltet werden. Bereits die Fassade mit ihren zwei großen
Wappen Lowangens und des svelltschen Städtebundes sowie den beiden in den Stein gehauenen Skulpturen eines Fuches und eines
Delphins stellt alle anderen Gebäude in der Nähe in den Schatten. Auch im Inneren wird der Besucher von edlem Holz,
fein behauenem Marmor und erlesenen Stoffen umfangen, so daß ein Besuch im Zunfthaus bei jedem einen bleibenden Eindruck
hinterlassen dürfte.











