Einige Hinweise für alle Mannschaften, die gern noch offensiver spielen wollen, aber nicht recht wissen, wie!
Das wichtigste vorweg:
Wer beim Imman gewinnen will, muß
mehr Punkte erzielen, als sein Gegner. Diese einfache, aber doch universell
gültige Weisheit liegt unserem Prinzip der absoluten Offensive zugrunde. Egal,
wieviele Punkte demGegener gelingen wir werden mehr erreichen! Mit dieser
Devise im Herzen sind alle weiteren Punkte in unserem Taktikschema leicht
zu erlernen.
1. Vom Punkte machen:
Bekanntlich gibt es beim Imman zwei Arten
von Treffern. Die einfache Version stellt ein Schlag über den
Querbalken,
aber zwischen die beiden hochaufragenden Pfosten dar, für den es einen
Punkt gibt. Diese Treffer werden deshalb als leichter angesehen, da der Torwart den
Ball unmöglich erreichen kann. In unseren Spielen ist uns aber aufgefallen,
daß
die Fehlschußquote bei hohen Schüssen viel größer ist, als bei jenen
auf das Tor direkt. Trifft man hingegen das Tor zwischen
den Pfosten, aber unter der Querlatte, erhält die angreifende Mannschaft
drei Punkte. Natürlich steht der Torwart noch im Weg, doch sollte man folgende Regel
nicht vergessen: Wenn der Torwart von drei Schüssen zwei halten kann,
hat man immer noch genau so viele Punkte, wie bei drei verwandelten Hochschüssen.
Geht einer der Hochschüsse vorbei, sind es sogar weniger "sichere" Punkte.
Deshalb: Immer nach unten schießen.
Ist ein Spieler in Bedrängnis, so sollte er lieber einen Rückpaß zu einem
besser postierten Mitspieler wagen, als einen einfachen Punkt zu spielen. Geht der
nachfolgende Schuß zu hoch, ist es immer noch ein Punkt, sitzt er aber, sind
es drei.
2. Spielwitz und Geduld:
Offensiv heißt nicht immer nur "Nach vorn!" Unsere Definition von offensiv bedeutet vielmehr ein Maximum an Ballkontrolle
mit einem Minimum an Pässen in die enge Deckung hinein zu verbinden. Viele kurze
Pässe und dann der überraschende Steilpaß, möglicherweise sogar
verbunden mit einem Seitenwechsel, das ist das Erfolgsrezept im absolut offensiven Imman.
Mit kurzem Spiel im Mittelfeld wird das Spiel zunächst verlangsamt. Der Gegner
läuft trotzdem dem Ball hinterher. Wird er müde oder unaufmerksam, ist die Stunde
gekommen, das Spiel schnell zu machen. Nun muß es nach vorn gehen. Drei
Stationen bis zum Tor, Schuß, und bevor der Gegner gemerkt hat, was geschehen ist, rollt
der Ball über die Torlinie (wenn der Torwart nicht dazwischen gegangen ist).
Noch ein Ratschlag gegen eine Raumverteidigung.:
Einige Mannschaften glauben, die Raumdeckung würde sie vor zu
vielem Laufen schützen. Das ist ein Irrtum. Zwei Stürmer, die sich im
Deckungsbereich eines Verteidigers befinden, können diesen arg in Schwierigkeiten
bringen, vor allem wenn sie hinter seinem Rücken über kreuz laufen.
Noch effektiver ist es, gegen eine Raumdeckung vier Angreifer
im sogenannten "Lowanger Knäuel", das heißt alle auf einem Haufen, zu positionieren.
Dann laufen sie alle gleichzeitig in verschiedene Richtungen los, ein schneller Haken,
und schon stehen zwei oder mehr Spieler mutterseelenallein vor dem gegenerischen Tor.
Der Erfolg ist garantiert.
3. Körperliche Voraussetzungen:
So mancher sagte bereits: "Das ist aber
kein System für unsere Mannschaft. Ihr habt einfach Glück, daß Eure
Angreifer so schnell sind." Das ist ein Trugschluß. Schlom Bierbauch ist sicher einer der
langsamsten Spieler der Liga, dennoch liegt er sehr gut in der Torschützenstatistik. Nicht
allein die Schnelligkeit ist ausschlaggebend, Spielüberblick und Präzision im
Abschluß sind ebenso wichtig. Ein langsamer Spieler kann seinem Verteidiger immer entkommen,
wenn er nur den rechten Moment zum Loslaufen abpaßt. Zwei, drei wieselflinke
Angreifer sind natürlich ideal, um eine Verteidigung in die Breite zu ziehen, aber notwendig
für den Erfolg des offensiven Spielsystems sind sie nicht.
4. Nach hinten orientieren:
Trotz aller Offensive sollte die Verteidigung nie aufgegeben werden. In unserem System ist es keinem Bremser erlaubt, weiter als bis zu Mittellinie vorzulaufen. Dies hat zum einen den Effekt, daß auch bei Kontern mindestens vier Spieler in der eigenen Hälfte anwesend sind und für Ordnung sorgen können, zum anderen wird so ein Spielerstau im Angriff vermieden. Nichts ist tötlicher für eine offensiv spielende Mannschaft, als zu viele eigene Spieler vor dem gegenerischen Tor, die sich gegenseitig die freien Räume streitig machen und auf die Füße treten.
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