Das 1. Wegethaler Schneeschmelzeturnier -
von Weiwei Hosenbein
Von den Finaltagen
27. Tsa
Das Turnier ist vorbei. Es waren gnaz tolle Tage. Wir haben alle so viel neues gelernt und viel mehr von Dere gesehen, als
wir jemals geträumt hätten. Die werden zu Hause Augen machen, wenn wir wiederkommen und so viel zu erzählen haben. Da kann
Onkel Fitje nicht mehr mithalten, auch wenn er schon mal in Donnerbach war! Hoffentlich fragen sie bloß nicht so viel nach
dem letzten Spiel.
Wir waren nämlich ganz ganz schlecht. So viele ganz kann ich eigentlich gar nicht schreiben. Wir haben ja am zweiten Tag in
der Vorrunde richtig gut zusammengespielt und zwei tolle Siege errungen. Natürlich waren wir uns da ganz sicher, daß wir
auch die Mischmannschaft bezwingen können. Die hatten ja kaum zusammen geübt. Deshalb haben wir auch einen Tag Pause gemacht
und sind nur am Morgen ein bißchen über die Felder gelaufen. Wir haben noch über die Mischmannschaft gelacht, die
lange zusammen geübt hat und sind lieber zum Spielfeld gegangen, wo Phexcaer gegen Wegethal um Platz fünf gespielt hat.
Es war ein recht schönes Spiel. Man konnt sich schon das ein oder andere abgucken.
Am nächsten Tag waren wir dann aber dran und sind voll Begeisterung auf das Feld gelaufen. Jeder wollte den Ball als erster
haben und ihn ins Tor treiben. Wir haben ganz vergessen, daß man auch gemeinsam spielen muß. Ständig haben wir es mit
Alleingängen versucht und sind in der Abwehr hängen geblieben. Es war fürchterlich. Maya hat vielleicht was geschrien. Ganz
rot ist sie geworden. Erst beim 9:1 für die Mischmannschaft haben wir angefangen, Pässe zu spielen. Ich hab dann auch gleich
ein Tor gemacht und Lana auch.
Nach der Pause hat Maya dann alle Auswechselspieler aufs Feld geschickt. Ich durfte noch weiter mitspielen, weil ich einen
Punkt gemacht hatte, aber einige waren wirklich sauer. Maya hat aber gesagt, wir haben so schlecht gespielt, das kann mit
den Bankspielern nur besser werden. Ich glaube, sie hat sich geirrt. Jetzt hat noch weniger geklappt, als vorher. Ich hätte
nie gedacht, daß das möglich ist, aber so war es. Wir sind vollkommen überrollt worden. Es kam mir vor, als wären wir eine
Schar Hühner, unter die ein Trupp Füchse gefahren ist. Keinen einzigen Punkt haben wir in der zweiten Hälfte geschafft. Der
einzige, der gut gespielt hat, war unser Torwart Ilimo. Er ist nur so umhergesprungen und hat viele Bälle gehalten oder
zumindest über die Latte gelenkt. Ohne ihn hätten wir uns gar nicht mehr rausgetraut nach so einem Spiel.
Das Finale war nicht ganz so spannend, wie ich es gedacht hätte. Ich fand, daß Grangor in der Vorrunde viel besser gespielt
hatte, als Prem, aber sie haben sich nie wirklich freispielen können. Die Sturmotta war immer schneller am Ball und energischer
in den Zweikämpfen. Vielleicht waren die "Dariani" noch in Gedanken bei der Niederlage gegen uns? Ich weiß es nicht. Jedenfalls
haben sie 12:20 verloren.
Am Abend gab es dann ein riesiges Lagerfeuer. Es war noch größer als das vor ein paar Tagen. Auch ein paar Spielleute waren
da und haben Musik gemacht. Maya hat ziemlich lange mit dem Betreuer von Orkensturm getanzt, nicht daß sie bald nach
Phexcaer zieht! Wer soll uns dann das Imman erklären? Auch ein paar Gaukler waren da. Sie haben allerlei Kunststücke
vorgeführt. Am besten hat mir gefallen, wie sie mit Bällen geworfen haben, die ständig ihre Farbe verändert haben. Das
war aufregend. Sie konnten auch auf den Händen gehen und dabei mit Reifen kreisen. Ich habe mich lange mit einer Hexe
unterhalten, die am Rande des Dorfes lebt. Sie war auch auf dem Fest und hat mir viel über Kräuter und Tiere erzählt. Sie
meinte, ich könne viel von ihr lernen, aber ich wollte doch lieber zurück nach Lowangen.
Seit drei Tagen sitzen wir jetzt in Kutschen und fahren nach Hause. Die Stimmung ist schon wieder etwas besser, aber das
Kutschefahren ist wirklich langweilig. Man kann kaum die Landschaft sehen, so schnell saust alles an einem vorbei und
mir tut auch schon der Rücken weh, weil es immer so holpert. Maya sagt, wir müssen aber noch mindestens zwei Tage fahren.
Morgen sind wir in Gashok und dann kommen wir zum Svellt, wo endlich Boote auf uns warten. Es war wirklich eine aufregende
Reise, aber ich freue mich schon wieder auf die Straßen in Lowangen, unser Stadion und auch auf mein Bett.
Turnier, 2. Teil: Ende der Vorrunde











