Unsere Reise nach Wegethal -
von Weiwei Hosenbein
4. Teil: Angbar und die Ankunft in Wegethal
Nun waren wir also endlich in Angbar angekommen.
Irgendwie waren doch alle froh, daß wir den Weg geschafft hatten. So eine Abenteuerreise
ist ganz schön anstrengend. In Angbar sind wir zum Ingerimm-Tempel gegangen. Das hatten wir
ja so verabredet. Dort sollte nämlich unser Führer warten. Es gibt in der Stadt viele Zwerge.
Sie haben vor allem um den Ingerimm-Tempel herum gewohnt. Dort standen ganz viele kleine Häuser,
bei denen man sich bücken muß, wenn man hineingucken will. Überall hat es gehämmert und geraucht.
Gulbor hat sich bei einem der Zwergenschmiede eine schöne große Axt gekauft. Er meinte, sie läge
gut in der Hand. Ich durfte auch einmal probieren, aber mir war sie viel zu schwer.
Vor dem Tempel stand ein Zwerg mit einem langen Stock. Um den Stock waren Bänder in roter und grüner
Farbe gewunden. Das war unser Führer, der uns durch die Berge nach Wegethal
führen wollte. Neben ihm standen auch Ilimo Boilin und Hussig Schlueper, die schon seit einem Tag hier waren.
Sie waren, wie versprochen, mit einer Kutsche gekommen. Weil wir uns schon in der Nacht gut ausgeruht hatten,
mußten wir nicht lange Rast machen. Zwei von
den Aufpassern hatten ein paar Maultiere besorgt. Auf die haben wir unsere Bündel gepackt, und dann ging es
in die Kosch-Berge hinein.
Der Kosch hat ziemlich hohe Berge und steile Felsklippen. Unser Weg war nicht so leicht zu gehen, wie der im
Finsterkamm. Wir mußten an manchen Stellen sogar die Hände nehmen, um uns abzustützen. Aber es ist alles gut
gegangen. Am Nachmittag sind wir in Wegethal angekommen. Es ist ein sehr kleiner Ort, aber man hat eine sehr schöne
Aussicht über die Berglandschaft. Die Berge ringsherum waren noch höher, als sie in Angbar erscheinen. Auf dem
Dorfplatz unter einer riesigen Eiche stand ein sehr großer Mann. Der hätte fast der Bruder vom Arngrimm Beowulfsson sein können,
nur daß seine Haare noch ein bißchen roter waren. Der große Mann hieß Rhakon Eilifson und war der Kapitän
der Mannschaft Reinheit 28 Wegethal höchstpersönlich. Er hat eine kleine Rede gehalten und dann sind wir alle in ein
Gasthaus gegangen, das Zwergenheim hieß. Es gibt nämlich auch in Wegethal viele Zwerge. Manche Häuser sind groß, andere
klein - es sieht sehr lustig aus.
Ich muß zugeben, daß wir alle ziemlich kaputt waren, aber als uns Maya fragte, ob wir noch einen Ausflug machen wollten,
hat keiner nein gesagt. Also sind wir noch einmal in die Berge gegangen. Wir wollten eine verwunschene Burg sehen. Ein
ehrwürdiger Praiosgeweihter war mit uns unterwegs und hat uns viele Geschichten erzählt. Es war alles sehr interessant.
Die verwunschene Burg war ganz spannend. Hier sollen sich manchmal die merkeligsten Dinge zutragen. Leider hatten wir
nicht viel Zeit, weil wir noch so eine Siegessäule angucken mußten. Sie stand dort in den Bergen, weil im Tsa 28 H eine
große Schlacht dort gewesen ist. Der Praiosgeweihte hat viel erzählt, aber ich habe nicht alles verstanden. Die Geschichten
von Rhakon, der auch dabei gewesen ist, waren aber sehr aufregend. Davon habe ich eine richtige Gänsehaut bekommen.
Am Abend sind wir totmüde in unsere Betten gefallen. Den nächsten Tag haben wir zum Ausruhen genutzt. Die Wegethaler haben
noch ein bißchen trainiert und Maya hat ihnen auch noch einige regeln erklärt. Sie haben bestimmt noch nicht oft Imman
gespielt. Es war sehr schön in Wegethal. Alles war ruhig. Nirgends schrie oder fluchte jemand, wie es bei uns in Lowangen
ja immer ist. Überall haben Vögle gezwitschert und ich hab sogar einen Steinbock gesehen.
1. Teil: Von Lowangen zum Finsterkamm
2. Teil: Durch den Finsterkamm











