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Straßenimman

Eine Spielart des Imman, die sich insbesondere in den weniger wohlhabenden Quartieren der größeren Städte Aventuriens wachsender Beliebtheit erfreut, ist das Straßenimman. Sowohl die Schläger als auch die Platzqualität betreffend sind die Anforderungen beim Straßenimman wesentlich geringer als beim "großen Bruder", was diese Art der Freizeitbeschäftigung auch für die einfache Bevölkerung erschwinglich macht. Die einzige Anforderung an die Schläger besteht darin, daß sie aus Holz bestehen und eine Länge von 80 Halbfingern nicht überschreiten. Es werden gern auch Holzbretter oder gebogene Stöcke genutzt, originale Immanschläger findet man nur äußerst selten. Meist handelt es sich hierbei um Abfall aus einer der wenigen Werkstätten oder um ein Andenken an ein besonders wichtiges Spiel der Heimmannschaft, nach dem dem Straßenimmanspieler der Schläger für seine treue Unterstützung geschenkt worden war. Häufiger werden diese Andenken aber als Wandschmuck in Tavernen denn als Spielgerät beim Straßenimman eingesetzt. Als Platz kommt jede einigermaßen ebene Fläche, die länger als 20 und breiter als 8 Schritt ist, in Frage.

Doch nicht nur die geringen materiellen Anforderungen sind es, die das Straßenimman in kürzester Zeit zu einer der beliebtesten Beschäftigungen in der knappen Freizeit der einfachen Bevölkerung Aventuriens haben werden lassen. Ein anderer wichtiger Punkt liegt darin, daß das Spiel mit äußerst wenigen und zudem leicht verständlichen Regeln auskommt. Zudem kann es direkt vor der Haustür oder im Hinterhof gespielt werden, was einen längeren Weg zur Spieltstätte, den sich viele aus Zeitgründen gar nicht leisten können, ausschließt.

Straßenimman wird von zwei Mannschaften mit jeweils 6 Spielern gespielt. Das Spielfeld ist ungefähr 20 Schritt lang und 10 Schritt breit. Es wird allerdings nur bei größeren Turnieren ausgemessen, sonst werden die Grenzen recht großzügig den örtlichen Gegebenheiten angepaßt. Die Tore sind ein einhalb Schritt breit und einen einen Schritt hoch. Die Pfosten bilden kleine Holzstangen, in wenigen Fällen wurden von Korbmachern kleine Torkisten angefertigt, die nach einem Torerfolg das lästige Hinter-dem-Ball-herlaufen verhindern sollen. Auch hier gilt: richtige Tore gibt es fast nur bei Turnieren, meist werden zwei Hemden, Eimer oder andere Markierungen zur Abgrenzung des Tores auf den Boden gelegt.

Die Regeln des Straßenimmen sind denkbar einfach. Der Ball darf nur mit dem Schläger geschlagen werden. Der Körper darf zum Stoppen eines Schusses eingesetzt werden, doch muß der Ball vom Körper direkt zu Boden fallen und darf nicht absichtlich geschlagen, getreten oder geworfen werden. es ist verboten, den Gegner mit dem Schläger anzugreifen. Körpereinsatz hingegen ist erlaubt, doch darf weder mit den Armen geschlagen noch mit den Füßen getreten oder mit dem Kopf gestoßen werden. Da es kaum einen Schiedsrichter im Straßenimman gibt, entscheiden die beteiligten Spieler meist selbst, wann eine Situation nicht regelkonform war. Lediglich die wichtigen Spiele werden von Unparteiischen geleitet.

Das Spiel dauert vier mal 6 Minuten. Jede Mannschaft spielt das erste und das letzte Viertel auf das selbe Tor. Nach zwei Vierteln wird das Spiel für etwa 5 Minuten unterbrochen. Zu Beginn jedes Viertels wird der Ball, der meist eine mit Stroh gefüllte Lederkugel darstellt, doch kann generell jeder etwas weiche annähernd kugelförmige Gegenstand genommen werden, von einem Zuschauer oder dem Schiedsrichter rückwärts ins Spielfeld geworfen. Die Spieler versuchen nun, den Ball ins gegnerische Tor zu bugsieren. Jeder Treffer gibt einen Punkt, wer am Ende die meisten Punkte hat, ist der Sieger des Spiels. Endet das Spiel unentschieden, stellen sich die Kapitäne der beiden Mannschaften in der Mitte des Spielfelds auf. Der Schiedrichter oder ein Unbeteiligter lassen den Ball zwischen die beiden Spieler fallen. Diese versuchen nun mit ihren Schlägern, den Ball auf ihre Spielfeldseite zu schlagen, ohne ihre Füße zu bewegen. Die Mannschaft, auf deren Seite der Ball landet, geht als Sieger vom Feld.

Straßenimman wurde ursprünglich im Mittelreich erfunden, als über lange Jahre das Imman verboten war. Weit über die Grenzen Gareths hinaus ist die legendäre Garether Hinterhofmeisterschaft berühmt, die über drei Jahre durchgeführt werden konnte, bevor die meisten Spieler von den kaiserlichen Hächern gefaßt und in die Minen oder auf die Triremen geschickt wurden. Doch auch in anderen Teilen Aventuriens ist Straßenimman äußerst beliebt. Stadtmeisterschaften gibt es seit längerem in fast allen großen Städten, wobei besonders der Ostwindpokal in Fasar und das Turnier um die "Schale vom Schwarzen Freibeuter" in Brabak zahlreiche Zuschauer aus nah und fern in ihren Bann ziehen.

Neben den offiziellen Stadtmeisterschaften, die meist in Turnierform einmal jährlich ausgetragen werden, gibt es in viele Orten auch Jugendligen, die von den Jungen und Mädchen selbst organisiert werden. Die Spiele dieser Mannschaften bringen oft den Verkehr eines ganzen Stadtviertels durcheinander und oft enden sie in Beschimpfungen und wilden Schlägereien, was in einigen Städten schon zum Verbot solcher nicht angemeldeten Immenbegegnungen geführt hat. Die städtische Jugend kümmert sich allerdings recht wenige um solche Verordnungen und weicht, wie ihre großen Vorbilder aus der Garether Hinterhofmeisterschaft, entweder auf Hinterhöfe oder Rasenflächen vor der Stadt aus, oder bestreitet aber, als besonderer Nervenkitzel, die Spiele weiterhin auf Straßen, von denen es genug Fluchtmöglichkeiten vor den Bütteln gibt.

Auch im Straßenimman gibt es verschiedene Taktiken. Viele Mannschaften spielen ohen feste Positionen. Die trifft vor allem auf die eher zufällig zusammgewürfelten Haufen, die sich am Feierabend etwas gesunder Betätigung an der mehr oder weniger frischen Luft widmen, zu. Doch auch bei den besser organisiserten Mannschaften treten viele ohne feste Zuordnung der Positionen und ohne Torhüter an. Andere Mannschaften haben sich inzwischen an ein Spiel mit Torwart gewöhnt, was zwar mehr Sicherheit nach hinten gibt, insbesondere aber gegen Mannschaften mit sechs Feldspielern den Spielaufbau erschwert, da man in ständiger Unterzahl agieren muß. Generell kann man feststellen, daß kleinere und langsamere Spieler eher die Verteidigungsarbeit übernehmen, während sich die kräftigen und schnellen Spieler häufiger in den Angriff einschalten.

In Lowangen wird Straßenimman seit etwa 17 Hal gespielt. Zunächst waren es einige Jungen und Mädchen, die mit ihren Eltern aus Gareth in das Stadtviertel Eydal gezigen waren, die abends auf den Hinterhöfen diesem Spiel nachgingen. Schon bald wurden auch einheimische Jugendliche vom Eifer der Garether angesteckt und bereits 23 Hal gab es auch Erwachsenenmannschaften in der Stadt. Seit 27 Hal wird alljährlich in der letzten Woche des Peraine die Lowanger Straßenimmanmeisterschaft ausgetragen. Aus jedem Stadtviertel tritt eine Mannschaft an. Hinzu kommen Spieler aus Tiefhusen und seit 34 Hal auch eine Mannschaft der Swelttalwehr Lowangen. Die Weiler Sonnenrot, Alriksruh, Baumannsau und Hirschsprung bilden die Mannschaft Svelltland Nord, die Dörfer Kannenau und Filberungen, sowie der Weiler Hammerschild die Mannschaft Svelltland Ost sowie das Dorf Lowingen und die Weiler Heiterleiter, Immerwald und Fuchshain die Mannschaft Svelltland Süd. Auch wenn es für alle Vereine eine große Ehre ist, die Mannschaft der Swelttalwehr zu schlagen, so sind die wichtigen Duelle doch diejenigen der Stadtviertel beziehungsweise der Weiler und Dörfer, die jeweils in einer Vorrundengruppe gegeneinander spielen. Das Viertel Bunte Flucht hat 27 bis 29 Hal dreimal in Folge die Meisterschaft gewonnen, bevor 30 Hal mit Svelltland Nord erstmals eine Mannschaft aus der Umgebung den kleinen Messingpokal mit nach Hause nehmen konnte. Seither ist der Pokal nur noch in der Stadt geblieben, wobei vor allem Eydal und Bunte Flucht die stärksten Mannschaften stellten. Ausnahme war das Jahr 33 Hal, wo völlig überraschend die Mannschaft aus Tiefhusen als Sieger aus dem Turnier hervorging.

Die meisten Spiele der Lowanger Straßenimmanmeisterschaft werden auf dem Platz vor der Regenbogenbrücke im Stadtviertel Bunte Flucht, auf dem Platz vor der Vanderen-Olgosh-Brücke im Quartier Eydal und auf dem Marktplatz in Alt-Lowangen ausgetragen. Auf letzterem, der während des Turniers von einer kleinen Tribüne eingerahmt wird, finden auch die Schlußspiele statt. Da sich aber auch viele andere Straßen und Plätze in Lowangen hervorragend zum Straßenimman eignen, finden sich dort häufig zufällig Mannschaften zusammen, die während der Woche ebenfalls diesem Sport nachgehen, so daß ein zufälliger Besucher meinen könnte, in ein riesiges Trainingslager einer der aventurischen Spitzenmannschaften im Imman oder aber wohl eher in das Heerlager einer wüsten Meute von Knüppel schwingenden Barbaren geraten zu sein.

Um ein eigenes Straßenimmanturnier oder eine kleine Liga zu starten, benötigt der Veranstalter natürlich auch ein irdisches Regelwerk zur Ermittlung der Sieger. Genau, wie sich Straßenimman vom Feldimman unterscheidet, sind dabei auch die irdischen Regeln durchaus verschiedenen von denen, die für den großen Bruder gelten.

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