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Von der Herstellung eines Immanschlägers

„So einen Knüppel zurechtschnitzen - das kann doch jeder!“ Solche und ähnliche Berkungen über die Herstellung eines Immanschlägers hört man fast täglich. Natürlich ist fast jeder einigermaßen gesunde Mensch in der Lage, aus einem gebogenen Ast einen Gegenstand herzustellen, der einem Imanschläger in gewisser Weise ähnelt, dennoch kann die obige Aussage falscher nicht sein. Denn in ganz Aventurien gibt es nur eine Handvoll Handwerksmeister, die es wirklich verstehen, aus einem groben Holzklotz das herzustellen, das von den Eingeweihten als „Phantastischer Schwinger“ bezeichnet wird - einen Immanschläger, der perfekt in der Hand liegt und die Bälle fast von selbst im Tor versenkt.

Lugi Fallmeister bei der Herstellung eines Schlägers für 
Gasse Grangor Einer dieser Könner ist Lugi Fallmeister aus Nostria. Von ihm beziehen nicht nur die Spieler von Ruhmreich Nostria ihre Schläger, auch viele andere Vereine, unter ihnen die Swelttalwehr Lowangen, stehen auf seiner Kundenliste. Uns ist es gelungen, bei einem Gespräch des Meisters mit seinem Lehrjungen, in dem er diesem die Grundlagen der Herstellung eines Schwingers darlegte, anwesend zu sein. Wie uns der Meister versicherte, hat er die wirklich feinen Kniffe für sich behalten, aber einen funktionierenden Immanschläger der mittleren Güte könne man mit dieser Anleitung und etwas Geschick durchaus zustande bringen.

„So, bist also neu hier und willst von mir lernen, wie man Immanschläger baut, ...Alrik, richtig? Ja dann komm mal her und setzt Dich neben mich auf die Bank, ja, genau so. Und nun nimmst Du Dir einen von den langen Holzbalken da hinten. Wirst Dich sicher fragen, warum nimmt der alte Lugi keinen krummen Ast, den er bloß ein bißchen polieren muß, aber eins sag ich Dir: So ein Schwinger muß vollkommen rund und ausgewogen sein, das kriegst Du mit keinem gewachsenen Ast der Welt hin. Äste haben nämlich schwere und leichte Stellen, kommt vom unterschiedlich schnellen Wachsen in guten und schlechten Jahren. Na, und dann zeig mir mal einen Ast, der keine Zweigaugen hat. Die sind tötlich, sag ich Dir. Nun, nicht so zaghaft, nimm den Balken in die Hand.

Weißt Du was das für Holz ist, was Du da hälst? Genau, es ist Esche. Warum Esche? Kein anderes Holz kann einen Schwinger zustandebringen. Steineiche wäre nicht zu verachten, ist aber so hart, daß davon die kleinen Korkbälle kaputtgehen würden, und auch manches Schienbein. Nimmst Du Birke oder Obstbäume, bleibt der Ball dagegen im Schläger stecken und das wollen wir doch nicht, oder? Weide ist zu weich. Stell Dir mal vor, so ein Havena Bulle holt zu einem kapitalen Schlag aus und der Schläger knallt ihm um die Ohren wie eine Peitsche. Das wäre was. Nein, es muß Esche sein. Schön gerade gewachsen und glatt gehobelt als langer Balken. Und schau, alle Balken sind gleich lang, weil die Schläger ja eine festgelegte Länge haben sollen.

So, nun nehmen wir und einen Ritzer und merkieren uns die Form, die wir haben wollen. Natürlich hab ich eine Vorlage, Chabelowne nennen sie das im Liebfeldischen, die kann man hier auflegen, dann wird ein Schläger wie der andere. So, jetzt ziehen wir die Linien nach und schon sehen wir, wie es am Ende aussehen wird. Ganz hier am Ende ist es etwas dicker, siehst Du? Das ist ein kleiner Knauf, damit den Spielern der Schläger nicht aus der Hand fällt. Dann wird er etwas schmaler und läuft dann in einem breiten Blatt vorn aus. Nein, er ist nicht gebogen, wie bei Euren Dorfjungenschlägern. Einfach ein breites Blatt, schön flach. Mit dem muß der Ball geschlagen werden.

Jetzt nehmen wir erst mal einen großen Hobel und machen das Grobe weg. Immer schön gleichmäßig und keine Kanten reinschlagen. Wenn das geritzte näher kommt, brauchen wir einen kleineren Hobel. Und immer ganz vorsichtig, siehst Du. So, jetzt ist der Griff schon mal schön rund. Das wollen wir aber nicht am Blatt sehen. Das soll ja flach werden. Also setzten wir den Hobel gerade an und drehen den Schläger nach jedem dritten Schub, so.

Na, wie sieht das aus? Schon ganz passabel, oder? Jetzt nehmen wir einen feinen Meisel, weil es zur exakten Arbeit kommt. Ein falscher Schnitzer und Du kannst das Ding wegschmeißen. Da ist nichts mehr zu retten. Immer rund und gleichmäßig am oberen Rand. Wenn Du den Schläger auf zwei Dritteln über den Zeigefinger legst, muß er in der Waage sein. Klappts? Na also.

Jetzt noch das Blatt fein abschmirgeln. Nimm am besten die kleine Feile, ein grober Wetzstein tut es aber auch, wird bloß nicht so edel. Die Bullen kaufen so einen nicht. Wenn alles ganz glatt ist, daß sich niemand einen Schiefer einziehen kann, wird das Blatt angemalt. Da kann man zum Beispiel das Wappen des Vereins aufbringen oder einfach die Farben der Mannschaft - wie die Herren und Damen das wünschen. Oben mach ich gern noch ein paar Bändchen in den gleichen Farben ran, aber das wollen auch nicht alle. Die von Ruhmreich toben dann immer. Sagen, es würde sich was beim Schwingen verheddern. So ein Quatsch!

Das war's eigentlich schon. Alles klar, Alrik?“

„Ja, Meister.“

„Na dann mal los. Und nenn mich Lugi, das tun alle hier.“

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