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Der Tronde-Igardsson-Pokal in der 5. VAI-Saison

Pokalpleite für Swelttalwehr Lowangen

Hauptrunde:       Swelttalwehr Lowangen - Gasse Grangor 10:14

Kaum hatte der Pokalwettbewerb der 5. VAI-Saison begonnen, war er für Titelverteidiger Swelttalwehr Lowangen auch schon wieder beendet. In einer blamablen Vorstellung, in der sich beide Mannschaften mit Fehlern und unsportlichem Verhalten zu übertreffen suchten, unterlagen die Lowanger am Ende Gasse Grangor verdient mit 10:14.

Viele Zuschauer hatten sich im Schlammloch versammelt, um das Spitzenspiel der ersten Runde im Tronde-Igardsson-Pokal mitzuerleben. Viel mehr, als auf der Tribüne des Stadions Platz hatten, kamen vor die Tore der Stadt, um den Titelverteidiger gegen Angstgegner Gasse Grangor zu unterstützen. Und viel mehr Immanfreunde als je zuvor unterlagen in Lowangen einem kollektiven Katzenjammer.

Das Spiel kam wenige Tage nach einem enttäuschenden Saisonauftakt gegen den klaren Außenseiter aus Sylla, bei dem zwar die neu formierte Abwehrreihe mit Morlosch und Borlosch Eisenfaust auf den Außenbahnen alle Angriffsversuche der Gegner abwehren konnte, doch im Angriff so gut wie gar nichts zusammenlief. Lediglich zwei magere Pünktchen retteten die Swelttalwehr vor einer Blamage. Unter diesen Voraussetzungen ist es verständlich, daß die Lowanger Spieler mit einer gehörigen Portion Respekt vor dem nun kommenden Gegner aus Grangor, gegen dessen unkonventionelle Spielweise man bisher immer Probleme hatte, auf den Platz liefen.

Zu Beginn des Spiels beherrschten die Abwehrreihen beider Mannschaften das Geschehen. Kaum einmal sah man Spielzüge über mehr als drei Stationen. Immer wieder sorgte eine enge Manndeckung für schnelle Ballverluste auf beiden Seiten, wobei sich vor allem die Swelttalwehr durch ein sehr hartes Vorgehen auszeichnete. Gasse Grangor, deren sonst so effektives Flügelspiel durch die beiden alten Haudegen in der Lowanger Abwehr wirkungsvoll unterbunden werden konnte, fand zuerst ein Rezept und spielte konsequent durch die Mitte, wo sich vor allem Bremser Holvard Nebelov und Mittelfeldspieler Jaavi Kaliimanii auf der halbrechten Postition als wirkliche Schwachstellen erwiesen, die ein ums andere Mal von den agilen Grangorer Spitzen ausgetanzt werden konnten. Doch nach einigen Warnschüssen und einer knappen 2:0-Führung der Gasse erwachte endlich auch der Swelttalwehr-Sturm und es entwickelte sich ein munteres Spiel, in dem es an Tormöglichkeiten nicht mangelte.

Einzig die Chancenverwertung auf beiden Seiten war zum haareraufen. Viele Bälle wurden in unnötiger Hast neben die Torpfosten geschlagen, häufig sah man Spieler über den Ball schlagen oder Fehlpässe auf frei vor dem Tor stehende Mitspieler verursachen. Die Zuschauer nahmen es mit Humor und bejubelten jeden der Fehlschützen ausgiebig. Das Spiel war spannend, so daß auch der ständige knappe Rückstand der Heimmannschaft der guten Stimmung keinen Abbruch tun konnte. Bis zum Schluß der Begegnung änderte sich das Bild nicht merklich. Beide Mannschaften bemühten sich vergeblich, eine geordnete Linie in ihr Spiel zu bringen. Von Seiten der Swelttalwehr wurde zunehmend Härte als Kompensation für spielerische Defizite ins Spiel gebracht, die Gasse antwortete mit theatralischen Fallorgien und Schmerzensschreien, die an der Vinsalter Oper mit Beifallsstürmen als herausragende schauspielerische Leistungen gefeiert worden wären.

Bis zum Ende des Spiels war die Stimmung bei den Zuschauern auf und neben der Tribüne sehr gelöst und erst, als das Spiel plötzlich stoppte und die Grangorer etwas ungläubig ihre Arme in die Höhe reckten, wurde den Besuchern bewußt, daß sie soeben die Entthronung des Pokalsiegers miterlebt hatten. Bei den meisten war die gute Laune plötzlich verflogen. Noch lange standen sie am Spielfeldrand, immer in der Erwartung, das eigentliche Spiel müsse doch endlich beginnen. Doch was sie da gesehen hatten, war keine lockere Übungseinheit der Sweltlandponys, nein, es war tatsächlich das Pokalspiel zwischen zwei der am stätksten eingeschätzten Mannschaften der Vereinigten Aventurischen Immanliga gewesen. Enttäuscht und fassungslos zogen die Zuschauer zurück in die Stadt, wo die bereits voreilig angebrachte rot-grüne Dekoration wieder abgenommen werden mußte. Zurück blieb eine Grangorer Mannschaft, die immer noch nicht begreifen konnte, wie sie dieses Spiel hatte gewinnen können, und ein vollkommen fassungsloser Arngrimm Beowulfsson.

"Ja, wir haben heute vollkommenen Mist zusammengespielt. Wie man gegen so einen Gegner verlieren kann, ist mir nicht begreiflich. So leicht werden die es uns nie wieder machen. Wir müssen uns wirklich etwas einfallen lassen. Die Abwehr steht meist recht gut, aber nach vorn haben wir große Schwierigkeiten offenbart. Das war schrecklich anzusehen. Da verliere ich lieber 45:42 und sehe schöne Spielzüge, als mir so einen Bockmist antun zu müssen."

Lowangen richtet Pokalfinale aus

Vor kurzem hat der Vorstand der Vereinigten Aventurischen Immanliga unsere Stadt Lowangen zum Ausrichter des Endspiels im Tronde-Igardsson-Pokal bestimmt. Nach dem frühen Ausscheiden der Swelttalwehr aus dem Wettbewerb hatte man sich in der Stadt am Svellt durchaus Hoffnungen auf diese Ehre gemacht, allerdings aufgrund von Stadiongröße und Platzqualität nicht vermutet, daß man letztendlich wirklich den Zuschlag erhalten könne. Umso größer waren Erstaunen und Freude, als man von der endgültigen Entscheidung des Verbandes erfuhr.

Sofort wurden von Verein und Stadt Gelder bereitgestellt, um das Stadion an der Aue zu einer würdigen Endspielaren zu erweitern. Die bisherige Tribüne wird über die gesamte svelltseitige Seite des Spielfeldes ausgebaut werden, so daß nach Frertigstellung der Arbeiten 700 Zuschauer im Stadion Platz finden werden. Der mittlere Teil der Tribüne wird sogar ein Dach erhalten, um den besser bezahlenden Gästen auch bei Regenwetter einen angenehmen Aufenthalt zu gewährleisten.

An den Platzverhältnissen wird jedoch nichts verändert werden. "Die schlechte Platzqualität ist doch irgendwie unser Vorteil, den werden wir wegen einem Spiel zweier fremder Mannschaften hier nicht aufgeben.", sagte Bremsertrainer Mugin mit einem zwinkernden Auge. Der Ausgang der Halbfinals hat Lowangen das von vielen Immanfreunden erhoffte Traumfinale beschwert. Gasse Grangor und Orkensturm Phexcaer konnten sich für das Finale qualifizieren. Für die "Orks" ist es das viete Pokalendspiel in Folge. In den beiden vorhergegangenen Spielzeiten mußten sie sich jeweils knapp den Lemmingen Norburg und der Swelttalwehr Lowangen geschlagen geben. Sowohl Grangor als auch Phexcaer haben trotz der sportlichen Rivalität viele Freunde und Sympatisanten in Lowangen, so daß fast alle Eintrittskarten zu diesem sportlichen Großereignis bereits verkauft sind.

Einen Sieger des Pokalfinales gibt es auf jeden Fall schon jetzt. Das Lowanger Zimmermannsgewerbe hat den Großauftrag zum Stadionausbau freudig begrüßt. Zusätzlich Arbeiter mußten aus Tiefhusen und sogar Greifenfurt in die Stadt geholt werden, um den Auftrag, der in Rekordzeit abgeschlossen werden muß, ausführen zu können. Das Geld klingelt in den Kassen und viele der Tagelöhner aus den ärmeren Straßenzügen und den umliegenden Weilern haben für die nächsten Wochen Aussicht auf eine feste Beschäftigung ohen die tägliche Unsicherheit, ob sich ein Arbeitgeber findet, von dessem kargen Lohn die Familie ernährt werden kann.

Pokalnacht in Lowangen

Alles rund um die zu erwartende heißeste Schlacht des Jahres

Mit Spannung wurde sie erwartet, nun ist sie endlich da, die heißeste Immannacht der laufenden Spielzeit. Im Pokalfinale um den Tronde-Igardsson-Pokal der Vereinigten Aventurischen Immanliga stehen sich in der Arena an der Aue Gasse Grangor und Orkensturm Phexcaer gegenüber. Die Swelttalwehr Lowangen hat als Ausrichter des Finales mit Hilfe der Bürger und des Magistrats keine Kosten und Mühen gescheut, um dieses Ereignis zum größten Spektakel in der Geschichte des Pokalwettbewerbs werden zu lassen. Das Stadion vor den Toren der Stadt wurde in Rekordzeit auf eine mehr als das doppelte fassende Zuschauerkapazität von stolzen 700 Besuchern erweitert. Ein Holzdach schützt die 80 Sitzplatzinhaber zudem vor den Unbilden des zu erwartenden schlechten Wetters.

Doch auch in der Stadt am Svellt selbst wurde einiges vorbereitet, um Spielern und Anhängern diesen Abend unvergeßlich ins Gedächtnis zu brennen. Auf mehreren Plätzen der Stadt finden Volksfeste mit Gaukleraufführungen, Wettrinken, Ringstechen, Ballwerfen und Straßenimman für die Kleinsten statt. In den Stadtvierteln Eydal und Bunte Flucht ist die Aufregung besonders groß, haben sich doch hier die beiden Finalmannschaften einquartiert. Da die Swelttalklause nicht genug Platz für beide Mannschaften bietet, haben die Vereine entschieden, jeweils in eine Herberge in der Stadt zu ziehen.

Gasse Grangor hat sich für die Herberge "Esche und Kork" entschieden, die erst vor wenigen Monaten ihre Pforten für die Allgemeinheit geöffnet hat. Mitten im Stadtviertel Bunte Flucht gegenüber dem Tsa-Tempel liegt dieses gelb getünschte, von roten Ziegeln gedeckte zweistöckige Haus, in dessen Kellertaverne die Mannschaft bereits die letzten beiden Auswärtssiege in Lowangen ausgiebig feiern konnte. Wein, Bier, Braten und sonstige Zutaten zu einem ausgiebigen Siegerschmaus sind bereits geordert, und auch wenn es nichts mit einem Pokalsieg werden sollte, sind alle Lowanger nach dem Spiel herzlich zu einem großen Umtrunk eingeladen.

Auch im Domizil von Orkensturm Phexcaer brennt die Luft. Die "Orks" haben sich im Stadtviertel Eydal niedergelassen, in dem sie besonders viele Freunde unter der Lowanger Bevölkerung haben. Die Einwohner des etwas ärmeren Viertels sehen die Spieler aus Phexcaer, ob nun berechtigt oder nicht sei dahingestellt, als Vertreter des ärmeren Imman, der es ohne viel Geld mit Mut und Ausdauer mit den finanzstarken Vereinen der Liga aufnimmt. Außerdem macht der alljährliche musik- und schlachtrufreiche Einmarsch der Spieler, die zu jedem Spiel in Lowangen das Orkland durchqueren, besonders hier in Eydal, wo die Mannschaft die Stadt betritt, besonderen Eindruck. Die "Orks" haben die Herberge Pferdehuf bezogen, die sich in einer Ecke des Viertels an die Stadtmauer drängt. Das von Außen eher ärmlich aussehende Haus beherbergt allerlei Annehmlichkeiten, von denen nur diejenigen wissen, die bereits einmal in seinem Inneren waren. Bewegliche Trennwände lassen Zimmergrößen von 1-Raum-Suiten bis zu 30-Mann-Schlafsäälen zu, eine "Pottnase" dient als bequemer Abort nach außerhalb der Stadtmauer und in den Kellerräumen befindet sich eine von zwei Badstuben Lowangens. Das in der Nähe des Pferdehufs gelegene Lokal "Orkenschänder" ist für den Abend bereits gebucht. Auch die "Orks" haben reichlich Platz für ihre Lowanger Freunde und Anhänger eingerechnet.

Dem Spiel wird mit Spannung entgegengefiebert, da beide Mannschaften in den Schlußspielen der Liga sehr stark gespielt haben und jeweils, wie auch die Swelttalwehr, an einem Finalisten gescheitert sind. Gasse Grangor geht dennoch als leichter Favorit in die Partie. Ein Grund dafür ist, daß Grangor in dieser Spielzeit beide Spiele gegen Phexcaer gewinnen konnte und auch in allen statistischen Bereichen deutlich vor der Mannschaft aus Phexcaer rangierte. Der andere Grund liegt in den vor Ort gegebenen Bedingungen. Grangor fühlt sich auf dem schlechten Rasen des "Schlammloch", mit dessen Qualität in negativer Hinsicht in der VAI wohl nur das Stadion von Gasse selbst konkurrieren kann, äußerst wohl. In dieser Saison konnten hier sowohl im Pokal als auch in der Liga zwei klare Siege gegen die sonst so heimstarken Gastgeber aus Lowangen eingefahren werden. Phexcaer hingegen hat immer große Probleme in der Svelltstadt. Noch nie konnte man das Stadion an der Aue als Sieger verlassen. Zwei Argumente, die für Grangor sprechen, dennnoch ist das Spiel keine klare Angelegenheit für die Liebfelder.

Noch ein Wort zum Wetter: Seit Tagen ziehen Regenschauer mit kurzen Auflockerungen über das Svelltland hinweg. Besserung ist nicht in Sicht, so daß der ohnehin schon tief durchweichte Rasen auch am Abend von Regengüssen nicht verschont bleiben dürfte. Zudem weht ein scharfer Nordwestwind, der unangenehme Kühle über das Land treibt - keine idealen Bedingungen also für ein Immanfinale, das aber trotzdem, oder gerade deswegen, ungeheure Spannung verspricht

Orkensturm gewinnt Pokalfinale in Lowangen

Es wurde das erwartete Fest und die Spannung war kaum zu überbieten, als sich Gasse Grangor und Orkensturm Phexcaer im Finalspiel um den Tronde-Igardsson-Pokal in Lowangen gegenüberstanden. Nach tagelangen Regenfällen, die den Rasen im Schlammloch und die Wege zum Stadion stark aufgeweicht hatten, schien pünktlich zum Morgengrauen des Spieltages eine mattleuchtende Sonnenscheibe auf die taufeuchten Dächer der Svelltmetropole. Spieler und Immanbegeisterte, die gleichemaßen gespannt auf das Großereignis des Tages warteten, rekelten sich noch ein letztes Mal im Bett, bevor die den Himmel schnell erhellende Sonne auch den letzten Langschläfer an diesem Tag aus den Federn lockte.

Zur Zufriedenheit der das Endspiel ausrichtenden Verantwortlichen vom Lowanger Immanverein Swelttalwehr stabilisierte sich das schöne Wetter im Tagesverlauf, so daß am Nachmittag kurz vor Spielbeginn eine wohlige Wärme durch die Svelltauen zog, so daß ein Großteil der begeisterten Anhänger, die sich um das Stadion versammelt hatten, nur kurze Oberkleidung und leichte Beinkleider trug. Viele der meist aus Lowangen und Umgebung stammenden Zuschauer hatten sich ein Stirnband in den Farben einer der beiden Mannschaften umgebunden, haben beide doch nach ihren letzten Gastspielen regen Zuspruch unter der Lowanger Bevölkerung gefunden. Dennoch waren fast alle - bis auf die 17 Anhänger aus Phexcaer und 8 Grangorer Söldnern, die zufällig in der Stadt weilten - durch das gemeinsame rot-grüne Farbband ihres Heimvereins am Handgelenk miteinander verbunden. Es hätten gut mehr als die vorhandenen 700 Plätze im Stadion an der Aue gefüllt werden können, doch mußten sich die unglücklichen, die keine Karte mehr ergattern konnten, mit einem der schlammig ausgetretenen Kibitzplätze am unteren Ende des Spielfelds begnügen.

Beim Einmarsch der Immanhelden ging ein lautes Getöse durch die Zuschauerreihen. Vergessen war das unglückliche Ausscheiden der Swelttalwehr gegen die Erzrivalen aus Prem im Meisterschaftshalbfinale. Das Immanfieber hatte die Lowanger wieder gepackt, war doch ein überaus packender Kampf zu erwarten.

Die Wetten standen gut für die Grangorer, die bisher noch kein Spiel auf der schwer zu bespielenden Lowanger Rasenfläche verloren hatten. Und tatsächlich war es der diesjährige Meister des Manipulus Khom, der zu Anfang mit geschicktem Stellungs- und Kombinationsspiel der Partie sein Wappen aufdrückte. Orkensturm Phexcaer kam kaum einmal merklich aus der eigenen Hälfte heraus und lag folgerichtig zur Pause bereits mit 8:3 zurück. Und Gasse machte weiter Druck. Den Sieg und einen angeschlagenen Gegner vor Augen, schalteten sich zunehmend auch die Grangorer Abwehrspieler in die Angriffsbemühungen ein. Auf diesen Augenblick hatten die laufstarken Phexcaerer nur gewartet. Mitten in eine Druckphase der Gasse schlug die Orkensturm-Abwehr den Ball weit in die gegnerische Hälfte, wo ihn der mutterseelenallein stehende Peltjo Sarela in Empfang nahm und mit einem kräftigen Flachschuß in die äußerste linke Ecke dem Gasse-Schlußmann Kergai Itolojeff keine Chance ließ. Noch war der Torjubel nicht verklungen, als Phexcaer die völlig aus dem Tritt gekommene Grangorer Abwehr erneut überrumpeln konnte und Faizal Neunhild zum 11:11-Ausgleich einschob.

Das Spiel war wieder offen und die Grangorer Selbstsicherheit wie weggeblasen. Zahlreiche Fehlpässe im bis dahin so souveränen Mittelfeld leiteten viele gute Tormöglichkeiten für Phexcaer ein, doch auch der Orkensturm schien auf einmal von der Grangorer Nervosität erfaßt und vergab ein ums andere Mal erstklassige Chancen. So zählte die Anzeigetafel, eine Neuerung im Stadion, auf die man bei der Swelttalwehr besonders stolz ist, nach Ablauf der regulären Spielzeit 14 Punkte auf beiden Seiten - die Verlängerung mußte entscheiden.

War es die größere Pokalerfahrung der Spieler aus Phexcaer, die immerhin zum vierten Mal in einem Endspiel um den Tronde-Igardsson-Pokal standen, oder einfach nur Glück? Wieder gab zunächst Gasse den Ton an, als es in die Nachspielzeit ging. Viele gute Aktionen wurden vor allem über die rechte Seite vorgetragen, wo Ischa ein ständiger Unruhefaktor war, doch zwingende Torszenen konnte Grangor nicht herausspielen. Phexcaer ließ sich erneut zurückfallen, den Spielern schien zunehmend die Puste auszugehen. Ein Grangorer Treffer schien nur noch eine Frage der Zeit. Da schoß Emetiel Lata mit einem verzweifelten Befreiungsschlag den Ball in der Nähe der Mittellinie aus der eigenen Hälfte. Der Ball flog tatsächlich in Richtung Grangorer Tor, doch niemand rechnete ernsthaft damit, dass er die ganze Distanz bis durch die Stangen zurücklegen könnte. Doch wie von Geisterhand getrieben, senkte er sich erst weit in der Gasse-Hälfte herab. Alle Augen folgten der ungewöhnlich weiten Flugbahn des Balls, absolute Stille herrschte, so daß man sogar das Zirpen der nahen Grillen wieder deutlich hören konnte, kaum einer wagte zu Atmen, um nicht dem Ball noch den entscheidenden Schub in die eine oder ander Richtung zu geben.

Der erste, der sich wieder bewegte, war Grangors Torsteher Kergai Itolojeff. Mit vor Entsetzen weit aufgerissenen Augen sprang er dem Ball, der nun doch durch die Torpfosten zu segeln drohte, entgegen, doch kam dieser Entschluß wohl einen Bruchteil eines Augenblicks zu spät. Knapp verfehlte er die Korkkugel in der Luft, die ihre Bahn vollendete und die Pfosten noch über der Torstange zum 15:14 für Orkensturm Phexcaer passierte.

Der Bann war gebrochen. Die Phexcaerer Spieler lagen sich in den Armen, während viele Gasse-Athleten wie vom Blitz getroffen zusammenbrachen und tränenüberströmt auf dem aufgewühlten Rasen lagen. Jubelgesänge der Phexcaer-Anhänger drangen über den Svellt bis weit in die Auwälder und auch diejenigen mit gelb-roten Stirnbändern stimmten bald in die fröhlichen Lieder ein, war es doch nicht wirklich ihre Herzensmannschaft, die das Spiel, das wohl mit Recht als eines der spannendsten und hochklassigsten in der Geschichte der Vereinigten Aventurischen Immanliga bezeichnet werden kann, verloren hatte. Auch die Grangorer Spieler erholten sich von dem Schock und am Abend konnte auf den Festgelagen beider in dieser Spielzeit so erfolgreicher Mannschaften ausgelassene Stimmung konstatieren.

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