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So war die Spielzeit

Ein Rückblick auf die fünfte Saison der VAI

Die 5. Spielzeit der Vereinigten Aventurischen Immanliga ist vorüber. Die Pokale sind errungen und in die jeweiligen Vereinslokale transportiert worden, Siegerfeste wurden gefeiert und Tränen der Niederlage vergossen. Großartige Kämpfe und grottenschlechte Schlammschlachten konnten in den Stadien in ganz Aventurien bestaunt werden. Zeit auch für die Swelttalwehr, Bilanz zu ziehen. Wie war die Saison für die Mannschaft? Konnte man die hochgesteckten Erwartungen der Anhänger und die eignen nicht minder ambitonierten Ziele erfüllen. Diesen Fragen gehen Eikan Hammerfein, der Kulturberichterstatter des Lowanger Neusten Boten und mit ihm Weiwei Hosenbein, die sich durch die Veröffentlichung ihres Tagebuchs über die Reise der Ponys zum ersten Wegethaler Schneeschmelzeturnier in die Herzen der Botenleser schreiben konnte, in einem kurzen Beitrag nach:

Ja, wo sollen wir beginnen? Am besten bei der Vorbereitung auf die Spielzeit. Die Spieler der Swelttalwehr waren zu einer längeren Reise in die Weiten des Bornlands aufgebrochen, um sich weit ab jeglicher nervöser Vorbereitungsstimmung in aller Ruhe auf die schwierige Saison vorbereiten zu können. Vor allem Ausdauer sollte aufgebaut werden, doch auch die ein oder andere technische Schwierigkeit mußte unedingt ausgemerzt werden. Auf der Rückreise von dieser von allen Beteiligten einhellig als schwer aber inspirierend eingestuften Reise machte die Mannschaft noch in Nortmark Station, wo die Eisbrecher Leskari in einem Freundschaftsspiel mit 35:12 abgefertigt werden konnten - ein gutes Omen für die bevorstehenden Ligaspiele - sollte man meinen, wäre da nicht dieses unglückliche 13:16 in einem weiteren Vorbereitungsspiel gegen die Sturmotta aus Prem gewesen, bei dem man sogar eine Halbzeitführung nicht über die Zeit retten konnte. Dieses Spiel sollte seine Schatten bis weit in die Saison hinein werfen, doch immer der Reihe nach.

Mit jedem Tag, dem sich der Start der fünften Ligasaison näherte, wurde die Stimmung rund um das Stadion an der Aue angespannter. Immer mehr Anhänger und Interessierte säumten das Spielfeld, wenn die Swelttalwehr eine Übungseinheit absolvierte und auch bei den nun schon zur festen Einrichtung in der Stadt gewordenen Wassertagen, an denen die komplette Mannschaft im Frachthafen Säcke und Fässer schleppt, waren von allerhand Zuschauern geprägt, die eifrig über die körperlichen Fähigkeiten der einzelnen Spieler fachsimpelten.

Als dann endlich der erste Spieltag gekommen war, sah sich die Mannschaft einem ausverkauften Stadion, in dem alle 300 Plätze besetzt waren, gegenüber, und daß, obwohl der Gegner lediglich Phoenix Sylla hieß. Sehr nervös ging man zu Werke und kaum ein Ball erreichte auch nur annähernd torgefährliche Position - auf beiden Seiten übrigens. Die etwas enttäuschten Zuschauer, die sich vor allem ein spannendes Spiel mit vielen Torszenen gewünscht hatten, gingen mit frustrierten Blicken nach Hause. Wenigstens hatte die Swelttalwehr am Ende glücklich mit 2:0 gewonnen, doch vom Hocker hat dieses Spiel wahrlich niemanden gerissen.

Nach einem weiteren 2:1-Zittersieg beim Lokalrivalen Riva stand das erste Pokalspiel auf dem Programm. Der Titelverteidiger hatte mit dem Angstgegner Gasse Grangor einen harten Brocken in dieser ersten Runde erwischt, doch war man in ganz Lowangen frohen Mutes, daß diese Aufgabe doch zu bewältigen sei. Umso enttäuschter waren die Minen der Anhänger nach dem Spiel, als die Swelttalwehr vor erneut ausverkauftem Haus nahtlos an die schlechte Leistung der beiden vorangegangenen Partien anknüpfte und den unbequemen Grangorern mit 10:14 unterlag. Nach dem Pokalsieg in der vierten Saison hatte man in Lowangen geglaubt, in diesem Wettbewerb unbesiegbar zu sein, und mußte nun schmerzlich erfahren, daß dem nicht so war.

Es folgte auf dieses Aus eine Trotzreaktion - doch nur bei den Heimspielen. Hatte man noch einige Mühe, Orkensturm Phexcaer in die Knie zu zwingen, wurden Thorwal, Neetha und Khefu mit weichgeklopften Hintern nach Hause geschickt. Allerdings geschah das gleiche der Swelttalwehr bei ihren Auswärtsspielen. Mit einem kurzen Zwischenhoch von zwei Auswärtssiegen gegen Belhanka (nach Verlängerung) und Sylla gingen sämtliche Auswärtsspiele verloren. Man munkelte bereits in der Svelltstadt, die Mannschaft werde künftig auf alle Auswärtsspiele verzichten, um Kräfte und Reisekosten zu schonen, doch bis zum bitteren Ende beim 12:22 in Khefu segelte man eifrig über die Meere und bestieg Wagen und Karren, nur um mit leeren Händen nach Haus zu kommen.

Erfreulicher sah die Heimbilanz der Swelttalwehr aus, zumindest bis zum 18. Spieltag. Lediglich alles überragende Sturmotta Prem konnte die Mannschaft bis dahin im Schlammloch schlagen. Doch am 20. Spieltag, nachdem die Mannschaft von einer weiteren enttäuschenden Niederlage aus Neetha zurückgekehrt war, stand Gasse Grangor erneut bereit, um der Swelttalwehr die Bälle um die Ohren zu schlagen. Viel hatte man sich vorgenommen, doch mit der Ausnahme, daß Grangor diesmal deutlich schlechter spielte als noch beim Pokalkampf am Anfang der Saison, glich das Spiel sehr dieser schlechten Partie. Viele Bälle wurden verstolpert oder ohne Sinn quer über den Platz geschlagen und am Ende mußte man sich mit 9:10 nach Verlängerung geschlagen geben. Auch das letzte Heimspiel gegen Bethana ging verloren, allein, es machte keinen Unterschied mehr, da auch die Verfolger im Rennen um einen günstigen Schlußspielplatz reichlich Federn lassen mußten.

Hinter den überragenden Bären aus Andergast, der Sturmotta Prem und den überraschen auftrumpfenden Jungen und Mädels von Gasse Grangor belegte die Swelttalwehr in der Abschlußtabelle der Vorrunde des Grex Oxidentalis einen schmeichelhaften vierten Rang. Für die Manipuluswertung in der Rhorwed-Gruppe bedeutete dies Platz drei mit 19 Punkten Rückstand auf Andergast und zwei Ounkten Vorsprung auf den vierten Phexcaer.

Ach ja, da war doch noch was. Schon in der Pause nach der letzten Spielzeit hatte Mittelfeldspieler Wiskir Popopulotwitsch seinen Wunsch geäußert, sich aus dem aktiven Immanspiel zurückzuziehen und dem Verein in Zukunft an der Seit von Maya Plattenmacher als Jugendbetreuer unter die Arme zu greifen. Arngrimm Beowulfsson gelang es, Wiskir zu überreden, so lange weiter zu machen, bis ein adäquater Ersatz für den Aufräumer vor der Abwehr gefunden worden sei. Man holte allerhand Erkundigungen ein und wollte zunächst einen Spieler von den Bären, dann einen Halbbremser aus Norburg verpflichten, doch der Verband verweigerte wiederholt jede Stellungsnahme zu den Gesuchen. In dieser rechtsleeren Situation entschieden sich die Lowanger, wie gleichzeitig auch Prem und Phexcaer, den finanziell angeschlagenenen Eulen aus Neetha ein Angebot für einen ihrer Spieler zu machen. Etwa zur Mitte der Spielzeit konnte dann eine Einigung mit dem nach neuen Herausforderungen suchenden Curtan Dryadenfroint und seinem Vereinsvorstand gefunden werden. Curtan zog umgehend nach Lowangen, wo für eine passende Anstellung und Unterkunft gesorgt worden war und konnte zum Ende der Spielzeit eindeutig Akzente sowohl im defensiven wie auch im offensiven Bereich setzen. Noch immer ist nicht ganz klar, ob er nun wirklich bei der Swelttalwehr bleiben kann, denn nach mehreren Spielerverkäufen aus Neetha wurde das Finanzverhalten des Vereins genauer unter die Lupe genommen und der Vereinsvorstand wegen mangelnder Fähigkeiten kurzerhand seines Amtes enthoben. Wir hoffen aber, daß Curtan, der selbst sehr gern in Lowangen ist, noch viele Jahre für uns spielen wird.

Nach einer kurzen Pause wurden dann im zweiten Teil der Spielzeit die Schlußspiele gestartet. Die Swelttalwehr kam es zuerst mit Lokalkontrahenten kampftrinker Gashok zu tun. Das erste Heimspiel ging noch klar gewonnen, doch dann setzte eine Wende ein, die in der Vorrunde niemand für möglich gehalten hätte: die Swelttalwehr wurde zur Auswärtsmannschaft. Das zweite Heimspiel gegen Gashok ging verloren, doch konnte die Swelttalwehr beide Auswärtsspiele für sich entscheiden und auch Nijkwe Thorwal konnte im Viertelfinale mit einem nach zwei Heimsiegen und einem Auswärtssieg deutlichen 3:0 geschlagen werden.

Im Halbfinale wartete dann die Sturmotta Prem. In der laufenden Spielzeit hatte die Swelttalwehr dreimal gegen die Thorwaler Hünen verloren, man ging also als krasser Außenseiter in die Vorschlußrunde. Dennoch war man geradezu erleichtert, auf Prem zu treffen, hätte man es sonst doch mit Gasse Grangor, dem absoluten Angstgegner der Swelttalwehr zu tun bekommen. Die Erleichterung beflügelte die Mannschaft, die gleich im ersten Auswärtsspiel die große Sensation schaffte und Prem mit 14:11 in die Knie zwang. Um so deutlicher fiel die wutschnaubende Reaktion der Sturmotta im nächsten Spiel, bei dem unsere Lowanger mit 0:20 unter den Karren gerieten. Auch im nächsten Heimspiel steckte diese Niederlage noch tief in den Knochen der Spieler, so daß die Premer nur einen Sieg vom Einzug ins Finale entfernt waren.

Doch noch einmal zog sich die Swelttalwehr am Schopf aus dem Sumpf und kämpfte die Sturmotta in einem packenden Heimspiel zum 2:2 nach Spielen nieder - die Entscheidung mußte im letzten Spiel in Prem fallen. Viel ist bereits über diese Partie geschrieben und diskutiert worden. Wir wollen die vielen Anschuldigungen und Verhöhnungen, die zwischen Prem und Lowangen hin und her gelaufen sind, nicht noch einmal wiederholen. Festzuhalten bleibt lediglich: die Blutschlacht von Prem stellte die bereits überhart geführten vorherigen Begegnungen zwischen beiden Mannschaften bei weitem in den Schatten. Beide Mannschaften konnte in der Verlängerung, die Prem nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung für sich entscheiden konnte, nicht einmal mehr mit einer vollzähligen Mannschaft antreten. Prem kam ins Finale, wo man überraschend Andergast schlug, die Swelttalwehr fuhr ohne Titel nach Hause

Einen Saisonhöhepunkt konnten die Immanfreunde in Lowangen trotzdem noch erleben, denn zum Abschluß der Spielzeit wurde im Stadion an der Aue das Finale um den Tronde-Igardsson-Pokal zwischen Orkensturm Phexcaer und Gasse Grangor ausgetragen. Extra für dieses Ereignis war das Stadion auf eine Kapazität von 700 Plätzen ausgebaut worden, die bis auf den letzten Mann besetzt waren. Auch dieses Spiel endete etwas umstritten mit einem Sieg für Orkensturm in der Verlängerung, doch war es eines der besten, das je im Schlammloch ausgetragen wurde und auch die anschließenden Feierlichkeiten wurden nur von der Siegesfeier der Swelttalwehr im letzten Jahr und den Freudengesängen nach dem Sieg über die Schwarzpelze in den Orkkriegen übertroffen.

Eikan Hammerfein
Weiwei Hosenbein

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